Berechnung der Pensionsrückstellungen 2013

Informationsschreiben zur Berechnung der Pensionsrückstellungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

da es von vielen Mitgliedern in diesem Jahr Fragen zur Berechnung der Pensionsrückstellungen gab, haben wir für Sie die nachfolgenden Informationen zusammengestellt:

Besoldungserhöhungen – Allgemein
Grundsätzlich führt eine Besoldungserhöhung zu einem erheblichen Anstieg des Zuführungsbetrages gegenüber der Zuführung des Vorjahres.

Auch die prognostizierten Planzahlen steigen dabei gegenüber den im Vorjahr mitgeteilten Planzahlen deutlich an. Grundlage für die Berechnung der Planzahlen ist stets der aktuell zur Verfügung stehende Datenbestand. Daher konnten die Planzahlen, welche per 31.12.2012 übersandt wurden, noch nicht die nach dem Versand beschlossenen Besoldungserhöhungen 2013 enthalten. Vielmehr konnten diese Gehaltserhöhungen erst in die Planzahlen per 31.12.13 eingearbeitet werden.

Berücksichtigte Besoldungserhöhungen 31.12.2013
Zum 31.12.2013 mussten gleich zwei Besoldungserhöhungen berücksichtigt werden, was zu einem überproportionalen Anstieg des Zuführungsbetrages geführt hat. Dies war zum einem die Besoldungserhöhung zum 01.01.2013 über 2,65%. Diese Erhöhung wurde erst im Juni 2013 rückwirkend beschlossen. Zum anderen war die Besoldungserhöhung zum 01.06.2014 über 2,95% einzubeziehen, da das Haushaltsbegleitgesetz bereits im Dezember 2013 bekannt gegeben wurde. Die Kommentierungen zum HGB und EStG weisen darauf hin, dass beschlossene Besoldungserhöhungen bereits zum nächsten Bilanzstichtag auszuweisen sind, auch wenn sie sich auf das folgende Wirtschaftsjahr beziehen.

Auswirkung von Besoldungserhöhungen bei Versorgungsempfängern
Der Aufwand für die Versorgungsleistungen steigt mit jeder Besoldungserhöhung an - nicht nur für künftige Versorgungsempfänger, sondern auch für die bereits im Ruhestand befindlichen Beamtinnen und Beamten. Der Mehraufwand der sich aus der Erhöhung ergibt, muss dabei in die Rückstellungsberechnung im Jahr der Erhöhung in voller Höhe eingearbeitet werden. Die Besoldungsanpassungen wirken sich daher in der Regel auch bei den Pensionsrückstellungen für Versorgungsempfänger erhöhend aus.

Auswirkung von Besoldungserhöhungen - Kalkulationsmöglichkeiten
Wenn es im Verlauf eines Wirtschaftsjahres zu Besoldungserhöhungen kommt, die nicht in den letzten Planzahlen enthalten sein können, zeigen die folgenden Beispiele Möglichkeiten auf, wie Sie Ihre Haushaltsplanungen selbst aktualisieren können:

Eine Erhöhung der Versorgungsbezüge um 1% führt bei der Pensionsrückstellung im Durchschnitt zu einer Erhöhung des Zuführungsbetrages bzw. Verringerung des Auflösungsbetrages um rund 10%.
Beispiel: Barwert 31.12.2013: 300.000,- €
Barwert 31.12.2014 (Prognose): 280.000,- €
Prognostizierter Auflösungsbetrag somit: 20.000,- €
Besoldungserhöhung nach Rückstellungsversandt: 1%
Verringerung des Auflösungsbetrages 10%: 2.000,- € Neuer kalkulierter Auflösungsbetrag: 18.000,- €

Die Erhöhung der Dienstbezüge um 1% führt bei den Planzahlen zu einer Erhöhung des Zuführungsbetrages gegenüber dem Vorjahr um 20 bis 25%.
Beispiel: Barwert 31.12.2013: 300.000,- €
Barwert 31.12.2014 (Prognose): 350.000,- €
Prognostizierter Zuführungsbetrag somit: 50.000,- €
Besoldungserhöhung nach Rückstellungsversandt: 1%
Erhöhung des Zuführungsbetrages 25%: 12.500,- € Neuer kalkulierter Zuführungsbetrag: 62.500,- €

Wenn Sie diese Pauschalen nicht ansetzen möchten, können Sie die Planzahlen auch mit den zu erwartenden Besoldungserhöhungen konkret hochrechnen.
Beispiel: Angenommen, 2015 wäre eine Besoldungserhöhung von 2 % zu erwarten.

per 31.12.13 mitgeteilter Barwert der Planzahl 20152.500.000,00 €Besoldungserhöhung ab 2015 von 2% + 50.000,00 €neuer Planwert für das Wirtschaftsjahr 2015 = 2.550.000,00 €

Berücksichtigung von Vordienstzeiten
Für die Berechnung der Pensionsrückstellungen werden alle Beschäftigungszeiten ab Ernennung in das Beamtenverhältnis auf Probe berücksichtigt. Seit 2010 werden von der NVK Vordienstzeiten sukzessive nachgearbeitet und bei den Rückstellungsberechnungen berücksichtigt. Für diese Nacherfassung spricht, dass Vordienstzeiten ruhegehaltfähig sein und somit die später zu zahlenden Versorgungsleistungen erhöhen können. Werden diese Zeiten bei der Pensionsrückstellung nicht eingeplant, kann dies im Jahr des Übergangs von „Aktiv“ auf "Versorgung" eine erhöhte Zuführung für diese Beamtin oder diesen Beamten bewirken.

Viele Vordienstzeiten sind jedoch Angestelltenzeiten, für welche die Bediensteten Leistungen der Deuten Rentenversicherung erhalten. Diese Rentenansprüche werden im Versorgungsfall auf die Versorgungsbezüge angerechnet. Dies wiederum grenzt die oben genannte Erhöhung der Versorgung und damit auch die Zuführung im Jahr des Eintritts in den Ruhestand wieder ein. Da bisher nur bei wenigen Mitgliedern Vordienstzeiten erfasst wurden, hat der Vorstand der NVK in seiner Sitzung am 28.02.2014 beschlossen, dass die Nacherfassung dieser Daten zunächst nicht weiter verfolgt wird und es bei der Berücksichtigung der Zeiten ab Ernennung in das Beamtenverhältnis auf Probe bleibt. Nur bei Mitgliedern, bei welchen die Vordienstzeiten bereits erhoben wurden, bleibt es bei dieser Datengrundlage.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre NVK